BEVOR ES-Award

Durch Zufall bin ich auf den „BEVOR ES-Award“ gestoßen. Dabei handelt es sich um eine sehr schöne Idee, ein sehr wichtiges Thema zu behandeln: Essstörungen. Gerade vor dem Hintergrund meines Blogs, dem Ansprechen von Tabus, war für mich sofort klar, dass ich meinen Beitrag dazu leisten möchte. Denn in unserer Gesellschaft wird es nur allzu gerne vermieden, offen über psychische Erkrankungen zu reden und die Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit dieser anzuerkennen. Dies führt häufig dazu, dass sogar die Betroffenen selbst einer Auseinandersetzung mit ihren Problemen aus dem Weg gehen, weil sie fürchten, nicht ernst genommen, sondern im schlechtesten Fall sogar bloßgestellt zu werden (unter Bloßstellen verstehe ich hier bereits das Kleinreden eines ernsthaften Problems). Kombiniert mit einigen auslösenden Faktoren, denen uns die Gesellschaft täglich aussetzt, stecken viele Menschen schnell in einem Teufelskreis, der unheimlich schwer zu durchbrechen ist.

Noch ein Hinweis vorab zu meiner Person: Ich bin nicht von einer Essstörung betroffen und kann mich nur auf bisherige Erfahrungen beziehen, die ich im Umgang mit betroffenen Menschen gesammelt habe. Wenn ich in bestimmten Punkten zu einem fehlerhaften Schluss komme oder mich falsch ausdrücke, bitte ich dies zu entschuldigen und bin über entsprechende Hinweise eurerseits dankbar.


Ziel des BEVOR ES-Awards:

  • Erfahren, dass Prävention gegen Essstörungen im Vorfeld wichtig ist
  • Vermeiden von Vorurteilen und bestenfalls den Einstieg in eine Essstörung
  • Erkennen, dass Essstörungen allgegenwärtig sind

Ablauf des BEVOR ES-Awards:

Bitte …

  • beantworte die vorgegebenen Fragen, gern als Video, Zeichnung, Text, Grafik etc in einem Blogpost. Alternativ:Wenn du keinen Blog hast, kannst du uns gern deine Antworten per Email zusenden (julialebenswelt@gmail.com).
  • verlinke immer auf die Award-Gründer-Blogs (MiaJulia , Happy Kalorie).
  • nominiere am Ende 3 weitere Blogs deiner Wahl.
  • beachte, dass die Fragen des jeweiligen Awards immer gleich (keine neuen Fragen ausdenken) bleiben.
  • kopiere Ablauf, Fragen, und Einverständniserklärung des BEVOR ES-Awards sowie Blog-Grafik unverändert in deinen Blogpost ein.

Fragen des BEVOR ES-Awards:

  1. Wann und warum isst du? Was bedeutet für dich Essen?
  2. Was verstehst und verbindest du mit „gesund“ sowie „ungesund“?
  3. Hast du bereits Diäterfahrung? Wenn JA, welche und warum hast du genau diese Diät gemacht? Wenn NEIN: Bist du zufrieden mit deinem Körper?
  1. Welchen Medien konsumierst du regelmäßig und warum?
  2. Wie nimmst du die Medienwelt wahr?
  3. Was bedeutet Schönheit für dich?  (zusätzlich, Frage von  Mia )
  4. Wer ist deiner Meinung nach schön?  (zusätzlich, Frage von  Mia )

Hinweis: Happy Kalorie und Mia haben etwas andere Fragen zu Problembewältigung bzw. Schönheitsidealen.

Nach deiner Beantwortung

  • Wir, die Blog-Gründer, picken uns im Anschluss einen Fragen-Antwort-Komplex heraus.
  • Diesen – von uns – ausgesuchten Teil schreiben wir im Namen einer Essstörung weiter.
  • Die Veröffentlichung mit Blognennung erfolgt separat in einem Online-Magazin und später ist ein Print-Magazin geplant. Denn wir wollen viele Menschen erreichen. Auch diejenigen, die selten bist gar keine Blogbeiträge oder anderen Mediendarstellungen lesen. Den Zeitpunkt geben wir bekannt, wenn es soweit ist.
  • Wir unterstellen dir keine Essstörung oder sonstige psych. Krankheiten, nur weil du an unserem Präventions-Projekt teilnimmst.
  • Deine Sichtweise dient der Sensibilisierung des gesamtgesellschaftlichen Problems „Essstörung“.
  • Sämtliche persönliche Daten von dir, die automatisch oder durch dich persönlich bei uns landen, geben wir nicht an Dritte weiter. Dein Vertrauen liegt uns am Herzen, d.h. wir respektieren deine Rechte und schützen deine personenbezogenen Daten.
  • All deine Fragen beantworten wir dir stets ausführlich. Wir sind über die jeweiligen Blogs, die Kommentarfunktion sowie über Email (julialebenswelt@gmail.com) jederzeit erreichbar.

Meine Antworten der Fragen:

  1. Wann und warum isst du? Was bedeutet für dich Essen?

    So genau kann ich das gar nicht beantworten. Morgens habe ich grundsätzlich keinen Hunger, daher bereite ich nur 3-4 Scheiben Brot vor, die ich mit zur Arbeit nehme und im Laufe des Tages, etwa zwischen 10:00 und 14:00 Uhr, esse. Dazu eine Banane, einen Apfel und je nach Saison einiges an zusätzlichem Obst und Gemüse (Kirschen, Trauben, Beeren, Melonen, Kohlrabi, Möhren…). „Richtig“ esse ich oft erst gegen Abend, so um 18 Uhr rum. Wobei richtig nicht zwangsläufig für ein umfangreiches, warmes Abendessen steht. Für mich alleine lohnt es sich oft nicht, groß zu kochen, zumal ich dazu abends nur selten Lust habe. Also esse ich oft diverse Salatvariationen, oder einfach eine Schale Müsli.

    In erster Linie esse ich „vorbeugend“, um Heißhunger und Unterzuckern zu vermeiden. Ich habe selten typischen Hunger mit knurrendem Magen, stattdessen merke ich irgendwann, dass mir langsam aber sicher die Energie ausgeht. Ich weiß, dass es natürlich auch meinem fehlenden Frühstück geschuldet ist, aber ich bekomme morgens einfach nichts runter. Um mich dann aber nicht wild auf möglichst zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke zu stürzen, die nur kurzzeitig helfen und die Lage im Anschluss nur noch verschlimmern, esse ich mehr oder weniger proaktiv. Das ist für mich, ganz pragmatisch gesehen, auch die Bedeutung von Essen. An Tagen, an denen ich mich sportlich betätige, passe ich das Essen ein wenig an. Da zwinge ich mich auch morgens schonmal zu einer Schale Müsli, weil mir sonst nach 3 Kilometern Laufen bereits die Luft ausgeht.

  2. Was verstehst und verbindest du mit „gesund“ sowie „ungesund“?

    Grundsätzlich ist für mich alles gesund, was in irgendeiner Form der körperlichen oder seelischen Gesundheit zuträglich ist. Dadurch können auch mal eine Tafel Schokolade oder eine Tüte Chips gesund sein, obwohl sie es eigentlich (für den Körper) nicht sind. Denn wenn jemand dauerhaft, widerwillig, auf die „kleinen Sünden“ verzichtet, weil sie zum Beispiel im Rahmen einer speziellen Diät „verboten“ sind, schadet die Person damit unter Umständen ihrer Psyche, was schlechtesten Falls dazu führt, dass eine zu einschränkende Diät komplett über Bord geworfen und zu ungesunden Essgewohnheiten zurückgekehrt wird. Selbst wenn sie trotzdem am Diätplan festhält, könnte der dauerhafte Verzicht irgendwann unglücklich machen. Und fehlendes Glück ist sowohl für die Seele, als auch für den Körper ungesund. Mein Zauberwort lautet hier Ausgewogenheit. Wie an vielen Stellen im Leben: Extreme schaden, Einseitigkeit schadet.

  3. Hast du bereits Diäterfahrung? Wenn JA, welche und warum hast du genau diese Diät gemacht? Wenn NEIN: Bist du zufrieden mit deinem Körper?

    Diäterfahrung setzt ja voraus, dass ich eine spezielle Diät über einen längeren Zeitraum durchgeführt habe. Das war bisher aber noch nie der Fall, also nicht im Sinne des allgemeinen Verständnisses einer Diät (abnehmen, zunehmen, Allergene vermeiden etc.). Wie ich zuvor schon sagte, mein Grundsatz lautet Ausgewogenheit und gerade die kommt meines Erachtens in vielen Diäten zu kurz. Für mich ist es viel wichtiger (und zielführender), die richtige Balance zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch zu halten. Das wirkt erstmal leicht gesagt, gerade weil ich mit meinem Körper zufrieden bin, aber auch mir ist dabei bewusst, dass diese Zufriedenheit nicht aus dem „Nichts“ stammt und ich sie nur halten kann, wenn ich etwas dafür mache. Das heißt, dass auch ich mich in gewisser Weise einem Druck aussetze, nämlich dem, meinen Körper in der aktuellen Verfassung zu halten. Und mir ist absolut klar, dass mein Weg der ausgewogenen Ernährung / Lebensweise, vielleicht sogar noch schwieriger zu bestreiten ist, als eine klar definierte Diät. Gerade durch gesellschaftlich geprägte Ideale und all die angepriesenen Wunderdiäten und Superfood, die täglich durch die Medien geistern, wird es uns enorm erschwert, einen eigenen, richtigen Weg einzuschlagen, ohne unentwegt an diesem zu zweifeln.

  4. Welchen Medien konsumierst du regelmäßig und warum?

    Ich lese hier in einigen Blogs, weil mich die Themen interessieren und ich es sehr mag, echten Meinungen, Gefühlen und Erfahrungen zu begegnen. Auch wenn einiges im Schutze der Anonymität geschrieben wird, stammt doch vieles ungeschönt aus dem wahren, alltäglichen Leben. Netzwerke wie Instagram lehne ich ab, weil es mir so scheint, als ginge es dort nur darum, Scheinwelten aufzubauen und diese anderen als Realität vorzugaukeln.
    Bei facebook bin ich aktiv, weil ich gerne Verwandte und Freunde stalke ;)
    Ansonsten verfolge ich die Nachrichten hoffentlich seriöser Zeitungen, wie der Sueddeutschen und nutze Streaming-Dienste um Filme und Serien zu schauen.
    Privat-TV und Boulevardpresse lehne ich aus ähnlichen Gründen ab, wie Instagram und Co.

  5. Wie nimmst du die Medienwelt wahr?

    Gemischt, wie ich in meiner vorherigen Antwort schon angedeutet habe. Die Digitalisierung und das überall und jederzeit verfügbare Internet haben zwar viele Vorteile, bergen aber leider auch große Gefahren. Schauen wir uns das mal anhand des „Influencer“-Begriffs an. Irgendein Unternehmen möchte irgendein bestimmtes Produkt verkaufen. Das könnte eines sein, das potentiell Esstörungs-gefährdete Menschen berührt. Ein hipper Bikini zum Beispiel, der mir nur dann steht, wenn mein Körper der supersportlich-schlanken Figur der Influencerin entspricht, die ihn in ihrem neuesten YouTube-Video ihren 2 Millionen Followerinnen präsentiert. Doch was mache ich, wenn meine Oberweite lang nicht so üppig ist, wie ihre? Meine Hüften einen Tick „dicker“ sind oder sich an meinem Bauch ein winziges Speckröllchen zu erkennen gibt? Dabei ist dieser Bikini doch so superwundertaumhaft nice und schön und bequem und führt uns Normalo-Frauen einmal mehr knallhart vor Augen, wie weit wir mit unseren unspektakulären Körpern vom präsentierten Ideal entfernt sind. Aber kein Problem, denn unsere Influencerin hat auch an Zuschauerinnen wie uns gedacht und ist rein zufällig auch die Weight Watchers Beraterin, die uns im nächsten Video zur Traumfigur verhilft. Und falls das noch nicht ausreicht, wartet am rechten Bildschirmrand bereits der dezent platzierte Banner einer Klinik, die auf plastische Chirurgie spezialisiert ist.
    Ich will darauf hinaus, dass in den Medien dauerhaft versucht wird, uns zu manipulieren und uns einen bestimmten Glauben einzutrichtern, um uns im gleichen Atemzug die dazugehörigen Lösungen zu verkaufen. Die vielen „Follower“, die all diesen Kram wie willenlose Lemminge teilen, verstärken diesen Effekt zusätzlich. Deshalb nutze ich auch kein Instagram, wo ich mir tolle Fotos von anderen Frauen anschauen kann, die mit Photoshop und Co. so sehr bearbeitet wurden, dass sie statt des Bildes auch gleich eine Animation hätten posten können, weil sie sich nicht mehr trauen, sich so zu zeigen, wie sie wirklich sind. Das Normale, das Echte, das Wahre verschwindet mehr und mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung. Ungeschminkt, ohne Silikon-Implantate, frei von Botox und mit echten, statt auf die Stirn getackerten Augenbrauen? Unvorstellbar. Wir beginnen, unerreichbaren Idealen hinterzujagen, was viele irgendwann psychisch so sehr belastet, dass schlimme Probleme, wie eben eine Essstörung, die Folge sind.

  6. Was bedeutet Schönheit für dich?

    Vor allem Natürlichkeit und Individualität. Ich finde natürliche Menschen am schönsten, Gesichter und Körper mit kleinen Makeln und Wiedererkennungsmerkmalen. Wenn diese Menschen mit sich und ihrem Körper zufrieden sind, zu ihren „Ecken und Kanten“ stehen und diese akzeptieren und lieben, und sie diese innere Zufriedenheit auch ausstrahlen, dann liefern sie die perfekte Definition von Schönheit.

  7. Wer ist deiner Meinung nach schön?

    Alle Menschen, die ich mag. Das meine ich absolut ernst, denn die Menschen, die ich mag, haben einen außerordentlich guten und liebenswerten Charakter – und der macht schön. Und es gibt doch kaum etwas schöneres, als das echte, offene, warme, herzliche Lachen eines Menschen, den man gern hat. Bei fremden Menschen und Promis sehe ich nur die öffentliche Fassade, daher tue ich mich da immer schwer, jemanden wirklich als schön zu bezeichnen. Wenn, dann sind es aber meist andere Frauen, die ich rein optisch schön finde. Von Männern schwärme ich so gut wie nie, die muss ich einfach live kennen lernen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich im Unterbewusstsein dann doch gerne mal mit bestimmten Frauentypen vergleiche. Eine, die ich da richtig schön finde, ist Nora Tschirner.


Nominierungen erfolgen an dieser Stelle leider nicht, da ich recht neu hier unterwegs bin und noch nicht so viele Blogs kenne. Mir war es aber trotzdem wichtig, teilzunehmen und eure Fragen zu beantworten.


Einverständniserklärung

Ich bin mit Annahme des BEVOR ES-Awards einverstanden, dass die Award-Gründer MichaelaMia und Julia meinen Award-Text ausschließlich für ihre präventiven Zwecke benutzen. Mein Blog ist jeweils zu nennen und gegebenenfalls zu verlinken. Persönliche Daten dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. Ich habe jederzeit Auskunftsrecht, was mit meinen personenbezogenen Daten passiert. Ist eine Veröffentlichung in einem geplanten Magazin der Award-Gründer nicht erwünscht, teile ich es den Gründern formlos und gesondert mit.

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2 Kommentare zu „BEVOR ES-Award

  1. Ganz lieben Dank fürs Mitmachen! <3 Deine Meinungen zu Medien und Co. teile ich absolut. Ich bin zwar auf Seiten wie Instagram unterwegs, wähle aber hier sehr bewusst aus, wem ich folge und wem nicht. Aber besonders jüngere Menschen können diese vorgespielte Welt nicht sehen und vertrauen den lieben "Influencern" blind und denen geht es viel zu oft nur ums Geschäft. Natürlich gibt es auch eine Gegenbewegung wie Body Positivity und Co., aber die breiten Massen erreicht das meist leider nicht.

    Liebe Grüße, Julia

    Gefällt 2 Personen

  2. Danke, dass du die Fragen beantwortest hast. 🌻 Das bedeutet uns ganz viel. 👍
    Ich schliesse mich Julia an. Wir leben größtenteils einer Scheinwelt. Die Konsequenzen sehen und bemerken wir schon jetzt in den anfangen.
    Herzliche Grüße und alles Liebe
    Michaela

    Gefällt 1 Person

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